Wer ist Betroffen ?BasisuntersuchungenSpezialdiagnostikRisikofaktoren und Therapie Das Glaukom - "Grüner Star"
Diagnostik beim Glaukom - Teil 2
Diagnostik beim Glaukom: Spezialuntersuchungen
Findet sich in einer augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung ein Glaukomverdacht oder ein Glaukom, so sind weitere, regelmäßige, augenärztliche Kontrollen und gegebenenfalls eine Therapie notwendig, die hilft, Folgeschäden bis hin zur Erblindung zu vermeiden.
Die Basisuntersuchung beinhaltet dann die und Betrachtung des Sehnervenkopfes, die Messung des Augeninnendrucks (Risikofaktor) und die Gesichtsfelduntersuchung (Funktionstest).

Mit keiner dieser Basisuntersuchungen kann man jedoch sicher die Diagnose Glaukom stellen oder eine Verschlechterung zeitnah nachweisen.Zusätzliche Spezialuntersuchungen sind daher oft wichtig und medizinisch sinnvoll und können frühzeitiger eine Diagnose bestätigen oder eine Verschlechterung des Befundes (Progression) nachweisen.
Erweiterte Diagnostik beim Glaukom Auch rechtlich wurde entschieden, dass bei Vorliegen oder Verdacht auf ein Glaukom idealerweise eine zusätzliche bildgebende Diagnostik durchgeführt werden muss (Urteil OLG Hamm vom 15.01.2016 – 26 U 48/14).
Warum ist die Optische Cohärenz Tomographie (OCT) beim Glaukom so hilfreich und sinnvoll?
Die typische Zerstörung und Aushöhlung des Sehnervs (Exkavation) durch den Verlust an Sehnervenfasern ist nur beim Glaukom zu finden und damit diagnostisch wegweisend.
Mit der Optischen Cohärenz Tomographie (OCT) kann man diesen Verlust aussagekräftig, verlässlich und reproduzierbar eine Verschlechterung (Progression) deutlich frühzeitiger messen. Dies ist besonders wichtig, da sich Veränderungen der Sehnervenfasern vor bemerkbaren Gesichtsfeldausfällen zeigen.
OCT
Was passiert bei der Untersuchung mit dem OCT? Beim OCT wird mit einem diagnostischen Laser - ähnlich dem Ultraschall - eine hochauflösende und extrem genaue Messung im Bereich des Sehnervenkopfes und der zentralen Netzhaut (Makula) durchgeführt.
Die Untersuchung mit dem OCT ist vollkommen schmerzfrei und ungefährlich. Und nur in Ausnahmefällen ist eine Pupillenerweiterung notwendig.
Auch im vorderen Augenabschnitte wird das OCT beim Glaukom eingesetzt. Dabei wird die Hornhautdicke gemessen (dünne Hornhaut ist ein Risikofaktor), die Vorderkammertiefe beurteilt (Risikofaktor für ein Engwinkelglaukom) oder Spuren einer Glaukomoperation untersucht.

Die Kosten für die zusätzliche und sinnvolle OCT-Untersuchung im Rahmen eines Glaukomverdachtes oder eines Glaukoms werden derzeit leider nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Andere Spezialuntersuchungen beim Glaukom Alternativen zum OCT beim Glaukom bieten das HRT (Heidelberger Retinotomograph) und das Gdx (Laser Scanning Polarimeterie). Beide verwenden schwaches Laserlicht für die Untersuchung.
Eine Fotodokumentation kann den aktuellen Sehnervbefund festhalten. Die Menge an Sehnervenfasern kann man damit leider nicht messen.

Eine spezielle Gesichtsfeldmessung (zum Beispiel die Frequenz-Verdopplungs-Perimetrie - Fdt) kann über Flickerreize Defekte früher erkennen als im der normalen Gesichtsfelduntersuchung. Dieses Verfahren ist leider keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse.

Bei durchblutungsbedingten Ursachen des Glaukoms kann eine 24-Stunden-Blutdruck, in sehr ausgewählten Fällen sogar mal ein MRT (Magnetresonanztomographie) oder eine Dopplersonographie hilfreich sein.
Bei Verdacht auf starke Schwankungen des Augeninnendruckes kann eine Tagesdruckmessung auch stationär notwendig sein. Starke Schwankungen wären ein Risikofaktor für ein Fortschreiten der Erkrankung.


Keine dieser Basis- oder Spezialuntersuchungen kann jedoch für sich alleine sicher die Diagnose Glaukom stellen oder eine Verschlechterung zeitnah nachweisen. Regelmäßige
weitere Kontrollen und Diagnoseschritte sind im Verlauf der langsam fortschreitenden Erkrankung notwendig.



Foto
Fdt
FAZIT Das OCT und andere zusätzliche Spezialuntersuchungen sind oft extrem wichtig, um ein Glaukom sicherer zu diagnostizieren und seinen Verlauf besser zu überwachen.

Denn: Je früher man in der Gesamtbetrachtung aller Befunde inklusive OCT ein Glaukom oder dessen Verschlechterung feststellen kann, desto besser kann man mit einer entsprechenden Therapie langfristige und gegebenenfalls drastische Folgeschäden bis hin zur Erblindung vermeiden.
   
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